Selbstbestimmt in die Zukunft
Unsere Arbeit und Projekte
Gemeinsam mit den Baka stärken wir ihre wirtschaftliche Selbständigkeit und ihre Möglichkeiten, die eigene Zukunft selbstbestimmt zu gestalten.
Die Baka von Mballam haben ihre Prioritäten selbst festgelegt. Ein zentrales Ziel war, unabhängiger von den benachbarten Bantu zu werden. In gemeinsamen Planungsprozessen zeigte sich, dass dafür mehr wirtschaftliche Selbständigkeit entscheidend ist. Baka Libuna unterstützt sie dabei, eigene und verlässlichere Lebensgrundlagen aufzubauen.
Unsere Arbeit verbindet drei Bereiche, die eng ineinandergreifen. Landwirtschaft stärkt die wirtschaftliche Selbständigkeit, verbessert die Ernährungssicherheit und schafft eigenes Einkommen. Bildung vermittelt grundlegende Fähigkeiten und eröffnet weiterführende Chancen. Selbstorganisation hilft den Baka, gemeinsame Aufgaben, wirtschaftliche Aktivitäten und Entscheidungen zunehmend selbst zu übernehmen.
Was in Mballam als Pilotprojekt begann, hat in den vergangenen Jahren wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse hervorgebracht. Sie bilden heute die Grundlage, den Ansatz weiterzuentwickeln und auf weitere Baka-Dörfer zu übertragen.
Unser Ansatz
Wie wir gemeinsam mit den Baka planen, lernen und das Vorgehen weiterentwickeln.
Bildung
Landwirtschaft
Selbstorganisation
Bildung
Vom ersten Schulbesuch bis zur Ausbildung
Für Baka-Kinder ist Schule kein selbstverständlicher Teil des Alltags. Feste Schulzeiten, ein wenig auf ihre Lebensweise abgestimmtes System, Armut und Diskriminierung führen dazu, dass viele Kinder ihre Schulbildung nur unregelmässig beginnen oder früh abbrechen.
Baka Libuna setzt deshalb an den entscheidenden Etappen an: Wir unterstützen die Grundbildung in Mballam, erleichtern den weiteren Schulbesuch in Njolépoum und ermöglichen Jugendlichen weiterführende Schulen und Berufsausbildungen ausserhalb des Dorfes.
Die Unterstützung verändert sich dabei mit jeder Etappe – von Schulmaterial und Infrastruktur über finanzielle Hilfe für Familien bis zu Unterkunft, Verpflegung und persönlicher Betreuung.
Landwirtschaft
Neue Lebensgrundlagen, mehr Eigenständigkeit
Die Lebensgrundlagen der Baka haben sich tiefgreifend verändert. Der Umzug aus dem Wald an den Strassenrand hat ihre traditionelle Lebensweise unter Druck gesetzt. Jagen, Sammeln und Fischen werden schwieriger, und viele Baka sind in ausbeuterischen Abhängigkeitsverhältnissen zu benachbarten Bauern gefangen. Als Tagelöhner verdienen sie dort 500 bis 1000 XAF am Tag.
Andere Einkommensmöglichkeiten sind kaum zugänglich. Landwirtschaft liegt deshalb nahe. Sie ist jedoch eine Option, kein vorgegebenes Lebensmodell. Jagd, Sammeln und Fischen bleiben für viele Baka wichtig und Teil ihrer Identität. Land und Arbeitskraft sind vorhanden. Es fehlt an Kapital und Wissen.
Baka Libuna finanziert Werkzeuge, Pflanzmaterial und erste Investitionen. Gleichzeitig zeigte sich, dass die jahrelange Arbeit auf den Feldern der Bantu den Baka kaum das Wissen vermittelt hatte, eigene Felder selbständig anzulegen, zu pflegen und langfristig zu bewirtschaften. Dieses Know-how wird Schritt für Schritt aufgebaut und praktisch erprobt.
Landwirtschaft, die über die reine Selbstversorgung hinausgeht, stärkt die Ernährungssicherheit und schafft bescheidenen Wohlstand. Das wirkt sich auf Gesundheit, Bildung und Selbstachtung aus. Eigene Einkünfte und Rücklagen vergrössern zudem den Handlungsspielraum. Familien können investieren, Entscheidungen selbst treffen und gegenüber Händlern und benachbarten Bantu selbstbewusster auftreten.
Die Erfahrungen aus Mballam zeigen, unter welchen Bedingungen Landwirtschaft für Baka-Gemeinschaften tragfähig werden kann. Dieses Wissen fliesst nun in die Arbeit mit weiteren Dörfern ein.
Planter l’avenir in Mballam
Wie aus ersten Feldern ein tragfähiger Weg zu mehr Eigenständigkeit wurde.
Den eigenen Weg finden, damit Veränderungen Bestand haben
Traditionell lebten die Baka in kleinen Gruppen, in denen Familie und Clan die wichtigsten sozialen Strukturen bildeten. Mit dem sesshafteren Leben in Mballam entstanden neue gemeinsame Aufgaben: Schule, Landwirtschaft, Infrastruktur und andere Fragen, die das ganze Dorf betreffen.
Dafür wurde ASBAMBA gegründet. Die Organisation bietet der Dorfgemeinschaft einen Rahmen, um gemeinsame Anliegen zu besprechen, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.
Dabei sollen neue Organisationsformen bestehende Formen der Mitsprache nicht verdrängen. Das gilt besonders für die Frauen, die in der traditionellen Lebensweise der Baka innerhalb der Gemeinschaft eine gewichtige Stimme hatten.
«Wir Frauen haben auch eine Stimme.»
Baka Libuna unterstützt diese Entwicklung und hält den eigenen Einfluss bewusst möglichst gering. Die Lösungen sollen aus den Bedürfnissen, Erfahrungen und Entscheidungen der Menschen in Mballam entstehen – nicht aus den Vorgaben externer Experten oder Geldgeber.
Eine Investition, damit Selbstorganisation auch nach Projektabschluss weiterbesteht.
Die Frauen, welche im Wald eine gewichtige Stimme hatten, werden in der Organisation im Dorf integriert.
«Wir Frauen haben auch eine Stimme»
